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Die Burgruine Rodersen (früher Roderikessen genannt) ist eine Burgruine nördlich der Stadt Wolfhagen im Stadtgebiet Landkreis Kassel, Hessen (Deutschland). Von der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg sind noch Mauer- und Fundamentreste und der Burggraben zu erkennen. Ihre Ruine ist frei zugänglich. Die Burgruine Rodersen befindet sich nicht ganz auf halber Linie zwischen Wolfhagen und Volkmarsen, zwischen der Kernstadt Wolfhagen im Süden, dem Wolfhager Stadtteil Niederelsungen im Nordosten und dem Volkmarser Stadtteil Ehringen im Nord-Nordwesten. Sie liegt gänzlich auf Wolfhager Gebiet auf zirka 220 m ü. NN im Naturpark Habichtswald direkt östlich der Erpe, durch deren Tal die Eisenbahnstrecke Korbach−Kassel verläuft, und rund 700 m östlich der Landesstraße L 3075, die Wolfhagen und Ehringen verbindet. Etwa 600 m west-südwestlich der Burgruine, die zu Fuß von einem knapp 1,5 km süd-südöstlich von Ehringen gelegenen Parkplatz zu erreichen ist, befindet sich die Stadtwüstung Landsberg.
Die Burg „Roderikessen“ wurde etwa um 1180/1200 unter der Lehnsherrschaft des Erzbischofs von Mainz erbaut, wohl um die mainzischen Ansprüche im Grenzbereich mit dem damaligen Thüringen der Ludowinger zu sichern. Um 1231 wurde sie, zusammen mit dem damaligen Landsberg, von Truppen des Landgrafen Konrad von Thüringen während dessen Fehde mit Mainz zerstört.
Um 1240 kam die Burg „Roderikessen“, vermutlich als Afterlehen, an die Familie von Gudenberg, Ministeriale des Mainzer Erzbischofs, die sich nun nach der Burg nannte.
Im Thüringisch-Hessischen Erbfolgekrieg wurde sie um 1261 durch den Landgrafen Heinrich I. von Hessen endgültig zerstört und blieb danach Ruine. Steine der Burg sollen in dem 1262 errichteten Kirchturm von Niederelsungen eingebaut worden sein.
In den Jahren 1960 bis 1972 wurde die Ruine der nun „Rodersen“ genannten Burg ausgegraben.
Von der Burganlage der einstigen Burg „Roderikessen“ sind noch das Fundament des quadratischen Wohnturm-Bergfrieds von 8 mal 8 m Größe zum Hang hin gelegen, Teile der Außenmauer, Reste von Nebengebäuden und Kellern sowie der Halsgraben vorhanden.
Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000
Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde (ZVHessG):
Rudolf Haarberg, „Die Ausgrabungen auf der Burg Rodersen. Ziel und Organisation der Grabung.“ In: ZVHessG 84, 1974, S. 123
Gerhard Wittenberg, „Die Burg Rodersen und ihre Besitzer.“ In: ZVHessG 84, 1974, S. 124-141
Wilhelm Pickel, „Die Ausgrabungen auf der Burg Rodersen. Die topographisch-geologischen Gegebenheiten.“ In: ZVHessG 84, 1974, S. 142-144
Werner Most, „Die Ausgrabungen auf der Burg Rodersen. Der bauliche Befund.“ In: ZVHessG 84, 1974, S. 145-154
Karl Heinz Schier, „Die Ausgrabungen auf der Burg Rodersen. Eisenfunde.“ in: ZVHessG 84, 1974, S. 155-159
Gerhard Wittenberg: „Das waldeckische Dorf Ehringen im 12. und 13. Jahrhundert; zugleich die Geschichte des Erpetals mit Landsberg und Rodersen.“ In: Mein Waldeck (1984), H. 17, 25. August 1984; Nr. 18 vom 7. September 1984.
Hans-Georg Stephan: „Die Stadtwüstung Landsberg bei Wolfhagen im Kreis Waldeck-Frankenberg.“ In: Hessische Akademie der Forschung und Planung im Ländlichen Raum, Kassel, Jahresgabe, Bd. 9, 2001 (2000), S.[54]-67,
August Bitter: „Die Stadtwüstung Landsberg bei Wolfhagen.“ In: Hessischer Gebirgsbote, Bd. 96 (1995), 2, S.62-63.
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